Was Schichtdickenmessgeräte messen
Gemessen wird nicht die Gesamtdicke eines Bauteils, sondern die Dicke einer aufgebrachten Schicht auf dem Substrat. Dazu zählen einzelne Überzüge ebenso wie aufeinanderliegende Beschichtungssysteme, soweit das jeweilige Messverfahren dafür geeignet ist. Je nach Anwendung dient die Messung der Prozesskontrolle, der Wareneingangsprüfung, der Dokumentation oder der Überprüfung von Korrosionsschutz und Oberflächenbehandlung.
Typische Einsatzbereiche in der Metallverarbeitung
Schichtdickenmessgeräte werden bei lackierten, pulverbeschichteten, verzinkten, vernickelten, verchromten oder eloxierten Werkstücken verwendet. Häufige Einsatzorte sind Beschichtungsbetriebe, Galvanik, Fertigung, Qualitätssicherung und Prüflabore. Gemessen wird an Blechteilen, Gehäusen, Profilen, Maschinenkomponenten oder Serienteilen, bei denen definierte Schichtwerte eingehalten werden müssen.
Übliche Messverfahren und Geräteausführungen
Je nach Materialpaarung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, etwa magnetinduktive Messung, Wirbelstrommessung oder Ultraschall. Magnetinduktive Verfahren werden typischerweise für nichtmagnetische Schichten auf ferromagnetischen Grundwerkstoffen verwendet, Wirbelstromverfahren für isolierende Schichten auf Nichteisenmetallen. Ultraschall eignet sich insbesondere dort, wo Schichtdicken ohne direkten Bezug zur elektrischen oder magnetischen Leitfähigkeit bestimmt werden sollen. Geräte sind als Handmessgeräte, stationäre Prüflösungen oder als Systeme mit Datenspeicherung und Schnittstellen erhältlich.
Abgrenzung zu anderen Mess- und Prüfgeräten
Innerhalb der Kategorie Messgeräte, Prüfgeräte, Messsysteme und Prüfsysteme sind Schichtdickenmessgeräte auf Beschichtungen und Überzüge spezialisiert. Sie unterscheiden sich von allgemeinen Dickenmessgeräten, die oft die Materialdicke eines Bauteils selbst erfassen. Gegenüber Oberflächenmessgeräten oder Rauhigkeitsmessgeräten steht nicht die Topografie der Oberfläche im Vordergrund, sondern die aufgebrachte Schicht. Von galvanotechnischen Messgeräten und Prüfgeräten grenzen sie sich dadurch ab, dass sie die resultierende Schicht am Werkstück messen und nicht primär Badparameter oder Prozessmedien.