Was Restmagnetismus-Prüfgeräte messen
Diese Prüfgeräte bestimmen die Stärke verbleibender Magnetisierung an der Werkstückoberfläche oder in unmittelbarer Bauteilnähe. Relevant ist dies vor allem bei ferromagnetischen Werkstoffen wie Stahl oder Gusseisen. Je nach Gerät wird der Messwert in Gauss, Tesla oder A/cm ausgegeben. Für belastbare Ergebnisse sind Messabstand, Sondenposition und die Geometrie des Bauteils zu berücksichtigen.
Typische Prüfsituationen in der Metallverarbeitung
Eingesetzt werden Restmagnetismus-Prüfgeräte unter anderem nach Prozessen mit Magnetspannplatten, Lasthebemagneten, magnetischen Prüfverfahren oder Entmagnetisierungsschritten. In der Qualitätssicherung werden Bauteile geprüft, bevor sie montiert, geschweisst, beschichtet oder gereinigt werden. Restmagnetismus kann dabei etwa zu Partikelanhaftungen oder zu Störungen in nachgelagerten Arbeitsgängen führen. Auch bei Präzisionsteilen wird geprüft, ob definierte Restfeldgrenzen eingehalten sind.
Geräteformen und Messaufbau
Verbreitet sind tragbare Handmessgeräte für Stichproben sowie stationäre Messplätze für wiederkehrende Prüfabläufe. Unterschiede bestehen bei Messbereich, Auflösung, Sondenbauform und der Eignung für kleine, gekrümmte oder schwer zugängliche Messstellen. Manche Systeme sind für die Dokumentation von Messwerten oder für die Einbindung in Prüfabläufe ausgelegt. Bei komplexen Bauteilen werden oft mehrere Prüfpunkte festgelegt, da sich das Restfeld lokal deutlich unterscheiden kann.
Abgrenzung zu anderen Mess- und Prüfgeräten
Innerhalb der Kategorie Messgeräte, Prüfgeräte, Messsysteme und Prüfsysteme sind Restmagnetismus-Prüfgeräte auf magnetische Restfelder an Werkstücken spezialisiert. Im Unterschied zu Rissprüfgeräten dienen sie nicht der Fehlstellensuche im Material, sondern der Quantifizierung verbleibender Magnetisierung. Gegenüber allgemeinen elektrischen Messgeräten messen sie gezielt magnetische Zustände am Bauteil. Von Entmagnetisierungseinrichtungen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie den Zustand prüfen und nicht den Magnetismus abbauen.