Was Rauhigkeitsmessgeräte messen
Rauhigkeitsmessgeräte bestimmen aus dem Oberflächenprofil Kennwerte wie etwa Ra oder Rz. Grundlage ist die Erfassung kleiner Höhen- und Tiefenabweichungen auf einer bearbeiteten Fläche. Damit lassen sich funktionale Eigenschaften einer Oberfläche indirekt beurteilen, zum Beispiel Reibverhalten, Dichtwirkung, Verschleiss oder die Eignung für nachfolgende Beschichtungen. Die Aussagekraft hängt dabei von Messstrecke, Filterung und der korrekten Positionierung am Werkstück ab.
Einsatz in Fertigung, Qualitätssicherung und Labor
Typische Anwendungen finden sich in der laufenden Produktionskontrolle, bei Erstmusterprüfungen, im Wareneingang und in Prüflaboren. Gemessen werden unter anderem Wellen, Bohrungen, Dichtflächen, Lagerstellen, Werkzeugoberflächen oder geschliffene Bauteile. In der Serienfertigung dienen die Messwerte zur Freigabe von Bearbeitungsprozessen und zur Überwachung von Werkzeugzustand oder Prozessabweichungen. Im Reklamationsfall helfen sie, Oberflächenanforderungen mit dokumentierten Messdaten nachzuweisen.
Taktile und optische Ausführungen
Verbreitet sind taktile Geräte, bei denen eine Tastspitze die Oberfläche entlang einer definierten Strecke abfährt. Daneben gibt es optische Systeme, die berührungslos messen und sich insbesondere für empfindliche, weiche oder sehr feine Strukturen eignen. Geräte sind als mobile Handmessgeräte für den Einsatz direkt an der Maschine oder als stationäre Systeme für reproduzierbare Prüfabläufe erhältlich. Je nach Aufgabe unterscheiden sie sich zudem bei Messbereich, Auswertefunktionen, Dokumentation und Anbindung an Prüfprozesse.
Abgrenzung zu Oberflächen- und Formmessung
Innerhalb der Kategorie Messgeräte, Prüfgeräte, Messsysteme und Prüfsysteme sind Rauhigkeitsmessgeräte auf die quantifizierte Erfassung der Oberflächenrauheit ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von Oberflächenmessgeräten und Oberflächenprüfgeräten, wenn diese breiter aufgestellt sind und zusätzlich Welligkeit, Topografie oder visuelle Oberflächenfehler bewerten. Gegenüber Profilmessgeräten oder Formprüfgeräten steht nicht die makroskopische Geometrie eines Bauteils, sondern die fein aufgelöste Struktur der Oberfläche im Vordergrund. Damit decken Rauhigkeitsmessgeräte einen klar abgegrenzten Teilbereich der Oberflächenprüfung ab.