Was unter Dekorfolien und Dekorplatten fällt
Zur Kategorie gehören Kunststofffolien und Kunststoffplatten, deren Oberfläche mit Dekoren, Strukturen, Farben oder Effekten versehen ist. Das Dekor kann gedruckt, geprägt, laminiert, coextrudiert oder durch das Material selbst erzeugt sein. Dekorfolien werden meist als flexible oder halbsteife Bahnen verarbeitet, während Dekorplatten als starre, sichtbare Flächenelemente eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass die dekorative Gestaltung ein definierter Produkteigenschaft ist und nicht nur ein Nebenresultat des Grundmaterials.
Typische Anwendungen in Oberfläche und Innenausbau
Dekorfolien werden unter anderem für Möbeloberflächen, Innenverkleidungen, Paneele, Kanten, Abdeckungen oder kaschierte Bauteile verwendet. Dekorplatten kommen dort zum Einsatz, wo eine sichtbare, formstabile Fläche mit vorgegebener Optik benötigt wird, etwa bei Wandverkleidungen, Trennwänden, Möbelelementen oder technischen Verkleidungen. Je nach Anwendung stehen Kratzfestigkeit, Reinigbarkeit, Lichtbeständigkeit, Strukturwirkung oder die Eignung für Thermoformen und Kaschieren im Vordergrund.
Ausführungen nach Aufbau, Oberfläche und Verarbeitung
Dekorfolien sind als einschichtige oder mehrschichtige Ausführungen erhältlich, beispielsweise mit Schutzlack, Prägung oder transparenter Deckschicht. Dekorplatten unterscheiden sich unter anderem nach Dicke, Steifigkeit, Oberflächenstruktur und Trägermaterial. Mögliche Erscheinungsbilder reichen von Uni-Farben über Holz-, Stein- oder Metalloptiken bis zu technischen Mustern und funktionalen Oberflächen. Für die Auswahl sind unter anderem Format, Biegeverhalten, Oberflächenempfindlichkeit sowie die Eignung für Kleben, Laminieren oder mechanische Befestigung relevant.
Abgrenzung zu Folien, Platten und Verbundprodukten
Innerhalb der Hierarchie "nach Form und Funktion" grenzt sich diese Kategorie von allgemeinen "Folien aus:" und "Platten aus:" dadurch ab, dass die dekorative Oberfläche den Produkttyp bestimmt. Gegenüber "Verbundfolien" und "Verbundplatten" steht hier nicht der Verbundaufbau als Hauptmerkmal im Vordergrund, sondern die sichtbare Dekorwirkung. Von "Klebefolien und Schmelzklebefolien" unterscheiden sich Dekorfolien dadurch, dass sie nicht primär als Klebeschicht klassifiziert werden. Auch Farbmittel, Pigmente oder Masterbatches gehören nicht zu dieser Kategorie, da sie Roh- und Zusatzstoffe für die Herstellung sind, nicht das dekorative Halbzeug selbst.