Wie Imprägnierharze und Tränkharze eingesetzt werden
Diese Harze werden in ein saugfähiges, faseriges oder poröses Material eingebracht, damit sich dessen Eigenschaften gezielt verändern. Je nach System dienen sie zum Verfestigen, Isolieren, Binden, Hydrophobieren oder zum Vorbereiten eines Halbzeugs für weitere Prozessschritte. Die Formulierung muss so eingestellt sein, dass das Harz in das Material eindringt, sich dort verteilt und anschliessend im oder am Träger fixiert wird. Die Bezeichnung Tränkharz betont dabei das vollständige oder weitgehende Durchtränken des Substrats.
Typische Trägermaterialien und Prozessumgebungen
Eingesetzt werden solche Systeme unter anderem bei Papieren, Geweben, Vliesen, Faserverbunden, Wickelgütern und anderen porösen Trägern. Das Harz kann durch Tauchen, Walzen, Sprühen, Vakuumunterstützung oder kontinuierliche Imprägnierverfahren eingebracht werden. Relevant sind dabei Viskosität, Feststoffgehalt, Benetzung, Eindringtiefe und das Verhalten bei Trocknung oder Reaktion. In der Praxis hängt die Auswahl stark davon ab, ob ein Material nur oberflächennah eingestellt oder bis in die innere Struktur durchtränkt werden soll.
Harzchemien und Lieferformen innerhalb dieser Produktgruppe
Zur Gruppe gehören Systeme auf Basis verschiedener Harzchemien, etwa Epoxide, Polyamide, Polyurethane, ungesättigte Polyester sowie weitere Spezialformulierungen. Zusätzlich gibt es wachsartige thermoplastische Varianten, wenn keine klassische duroplastische Aushärtung im Vordergrund steht. Verarbeitet werden die Produkte als wässrige Dispersion, als Lösung oder als reaktives Flüssigharz. Die Kombination aus Harzchemie und Lieferform beeinflusst Verarbeitung, Eindringverhalten, Trocknung, Reaktionsführung und die spätere Materialeigenschaft.
Abgrenzung zu Flüssigharzen, Giessharzen und Vergussmassen
Innerhalb der Rohstoffe nach Form und Funktion bezeichnet diese Leistung keinen allgemeinen Harzzustand, sondern einen klaren Verwendungszweck: das Imprägnieren oder Tränken eines Trägers. Der Begriff Flüssigharze ist weiter gefasst und beschreibt zunächst nur die Darreichungsform. Giessharze und Vergussmassen sind dagegen auf das Ausfüllen von Hohlräumen oder Formen ausgelegt und nicht primär auf das Eindringen in eine faserige oder poröse Struktur. Gegenüber Klebstoffen steht nicht die flächige Verbindung zweier Teile im Vordergrund, sondern die funktionale Einstellung des Trägermaterials selbst.