Wie Kurzfasern in Kunststoffen wirken
Kurzfasern erhöhen je nach System vor allem Steifigkeit, Festigkeit und Formstabilität. Sie übernehmen einen Teil der Last im Verbund mit der Polymermatrix und beeinflussen dadurch das mechanische Verhalten des Bauteils. Wie stark die Verstärkung ausfällt, hängt von der Orientierung der Fasern, ihrer Geometrie und der Anbindung an das Kunststoffsystem ab.
Typische Einsatzformen in Compounds und Formmassen
Kurzfasern werden in der Kunststoffbranche vor allem dort eingesetzt, wo verstärkte Granulate, Spritzgiessmassen oder andere verarbeitbare Formulierungen benötigt werden. Sie kommen in thermoplastischen und je nach System auch in duroplastischen oder reaktiven Werkstoffaufbauten vor. Relevant sind Anwendungen, bei denen die Verstärkung mit üblichen Verarbeitungsverfahren kombinierbar bleiben muss und keine textilen Halbzeuge eingesetzt werden.
Materialgruppen von Glas bis organischen Kurzfasern
Zu den gängigen Ausprägungen zählen Glas-Kurzfasern, organische Fasern sowie weitere faserförmige Verstärkungsstoffe. Im vorliegenden Leistungsbereich werden auch holzbasierte, kurzfaserige oder mehlartige Verstärkungen wie Holzmehl geführt, die sich in Herkunft, Feuchteverhalten und Eigenschaftsprofil von mineralischen oder synthetischen Fasern unterscheiden. Die Wahl der Materialgruppe richtet sich nach den Anforderungen an Mechanik, Gewicht, Oberflächenbild, Verarbeitbarkeit und Werkstoffkombination.
Abgrenzung zu Füllstoffen, Rowings und Compounds
Kurzfasern zur Verstärkung sind Rohstoffe nach Form und Funktion und keine fertigen Compoundrezepturen. Von Füllstoffen unterscheiden sie sich durch ihre faserförmige Geometrie und die gezielte Verstärkungswirkung im Werkstoff. Gegenüber Rowings, Fäden, Geweben oder Prepregs handelt es sich nicht um kontinuierliche oder textile Verstärkungshalbzeuge, sondern um kurz geschnittene, direkt einmischbare Verstärkungskomponenten.