Prozessbezogene Kunststoffpulver mit definiertem Sinterverhalten
Sinterpulver für Flammspritzen, Formteilehersteller und Wirbelsintern dienen als Ausgangsmaterial für Verfahren, bei denen Pulver thermisch aktiviert und zu einer geschlossenen Schicht oder Form verbunden wird. Im Unterschied zu allgemeinen Kunststoffpulvern steht hier nicht die blosse Mahlform im Vordergrund, sondern das Verhalten im jeweiligen Prozess. Relevante Merkmale sind etwa Partikelgrössenverteilung, Kornform, Schüttverhalten, thermische Stabilität und das Verhalten beim Aufschmelzen und Verschmelzen der Partikel.
Einsatz in Flammspritzen, Formteilfertigung und Wirbelsintern
Beim Flammspritzen wird das Pulver für die Beschichtung von Oberflächen eingesetzt, wobei eine gleichmässige Förderung und ein geeignetes Aufschmelzverhalten erforderlich sind. Für Formteilehersteller kann Sinterpulver als verarbeitungsfähiger Rohstoff dienen, wenn Bauteile aus Pulver aufgebaut oder gesintert werden sollen. Beim Wirbelsintern wird ein vorgewärmtes Werkstück in ein aufgewirbeltes Pulverbett eingebracht, sodass eine Kunststoffschicht anhaftet und verschmilzt. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Verfahren deutlich, auch wenn alle Anwendungen mit pulverförmigem Ausgangsmaterial arbeiten.
Unterschiede bei Korngrösse, Polymerbasis und Ausrüstung
Sinterpulver werden je nach Verwendungszweck in unterschiedlichen Korngrössen und mit verschiedener Kornmorphologie angeboten. Für einzelne Anwendungen sind enge Kornbandbreiten, gute Fliessfähigkeit oder ein bestimmtes Schichtbild entscheidend. Je nach Materialsystem kommen unterschiedliche Thermoplaste oder speziell eingestellte Polymermischungen in Frage. Zusätzlich können Farbgebung, Gleitverhalten oder weitere funktionale Eigenschaften angepasst werden, sofern dies mit dem jeweiligen Verarbeitungsverfahren vereinbar ist.
Abgrenzung zu allgemeinen Pulvern, Compounds und Additiven
Innerhalb der Hierarchie unter "nach Form und Funktion" beschreibt diese Kategorie keine allgemeine Rohstoffklasse, sondern Pulver mit klarer Zuordnung zu Sinter- und Beschichtungsprozessen. Sie ist deshalb von "Körner und Pulver" abzugrenzen, wo die Darreichungsform breiter verstanden wird. Gegenüber "Compounds" fehlt hier der Fokus auf pelletierte, direkt für Extrusion oder Spritzguss ausgelegte Mischungen. Von Additiven wie Antistatika, Flammschutzmitteln oder Weichmachern unterscheidet sich Sinterpulver dadurch, dass es selbst das verarbeitete Hauptmaterial für den Prozess ist und nicht nur ein Zusatzstoff.