Was unter Kunststoffnetzen zu verstehen ist
Netze bestehen aus regelmässig oder funktional angeordneten Stegen, Fäden oder Monofilamenten mit offenen Zwischenräumen. Anders als geschlossene Folien oder massive Platten lassen sie Luft, Flüssigkeiten, Licht oder Schüttgüter gezielt passieren. Für die Einordnung sind unter anderem Materialbasis, Maschenform, Maschenweite, Flächengewicht, Zugverhalten, Flexibilität sowie die Beständigkeit gegenüber Medien und Umgebungseinflüssen relevant.
Typische Funktionen und Einsatzkontexte
Kunststoffnetze werden als Schutzlage, Separationsschicht, Trägerstruktur oder Verpackungs- und Umhüllungsmaterial verwendet. Je nach Ausführung dienen sie der Distanzbildung, der Filtration, der Stabilisierung oder der kontrollierten Offenheit einer Fläche. In technischen Anwendungen können sie auch Bestandteil von Verbundaufbauten sein, wenn eine leichte, durchlässige oder strukturierende Lage benötigt wird.
Ausführungen nach Aufbau und Herstellung
Netze unterscheiden sich unter anderem durch Herstellverfahren und Struktur. Üblich sind extrudierte, gewebte oder gewirkte Ausführungen sowie flache oder schlauchförmige Formen. Weitere Merkmale sind einlagiger oder mehrlagiger Aufbau, starre oder flexible Auslegung, orientierte oder nicht orientierte Struktur sowie die Wahl des Kunststoffs in Bezug auf chemische, thermische und mechanische Anforderungen.
Abgrenzung innerhalb der Form- und Funktionskategorien
In dieser Hierarchie werden Netze als eigenständige Formkategorie geführt. Sie unterscheiden sich von Geweben und gewobenen Bändern dadurch, dass die offene Netzstruktur im Vordergrund steht und nicht die textile Bindungsart. Gegenüber Folien, Platten oder Verbundplatten fehlt die geschlossene Fläche. Von Fäden, Fasern oder Rowings grenzen sich Netze dadurch ab, dass bereits ein flächiges Vorprodukt mit definierter Maschenstruktur vorliegt. Wenn in Verzeichnissen auch Lochplatten oder kombinierte Kategorien wie Lochplatten/Netze erscheinen, sind damit oft perforierte oder starre Flächen gemeint; hier geht es um netzförmige Kunststoffstrukturen als eigenes Halbzeug.