Was unter Körnern und Pulvern in der Kunststoffbranche verstanden wird
Die Bezeichnung beschreibt in erster Linie die physische Form eines Materials, nicht dessen chemische Familie. Erfasst werden Stoffe, die als freifliessende Körner, Granulate oder Pulver verarbeitet, gemischt oder weiterformuliert werden. Je nach Material dienen sie als Ausgangsrohstoff, als funktioneller Zusatz, als Füllstoff oder als Bestandteil von Mischungen für nachgelagerte Verarbeitungsschritte.
Typische Einsatzkontexte in Aufbereitung und Verarbeitung
Körnige und pulverförmige Materialien werden dort eingesetzt, wo trockene Dosierung, Vormischung oder gleichmässige Einbringung in einen Prozess erforderlich ist. Das betrifft unter anderem Compoundierung, Extrusion, Spritzgussvorstufen oder die Herstellung von Trockenmischungen. Relevant sind dabei Eigenschaften wie Korngrösse, Schüttdichte, Fliessverhalten, Staubanteil, Feuchte und Dispergierbarkeit.
Materialgruppen innerhalb der Kategorie
Zur Kategorie gehören unter anderem Cellulose, Glas, Metalle, Mineralien sowie andere anorganische Pulver. Eine eigene Untergruppe bilden Pulver mit grosser Oberfläche, etwa kaolinartige Materialien, bei denen die spezifische Oberfläche das Verarbeitungs- und Eigenschaftsprofil stark prägt. Die Auswahl richtet sich nach Anforderungen wie mechanischer Verstärkung, Gewichtsverhalten, Oberflächenwirkung, thermischem Verhalten oder elektrischen Eigenschaften.
Abgrenzung zu Compounds, Masterbatches und anderen Rohstoffformen
Im Hierarchiebereich "nach Form und Funktion" wird nach Liefer- und Verarbeitungsform unterschieden. Körner und Pulver sind keine vorformulierten Systemprodukte wie Compounds oder Masterbatches, sondern einzelne Materialien oder einfache Stoffgruppen in freier Schüttform. Gegenüber Flüssigharzen erfolgt die Abgrenzung über den Aggregatzustand, gegenüber Fasern, Rowings oder Geweben über die Geometrie des Materials.